Beitrag vom 17.01.2012 (Quelle anpfiff.info)
von Bernd Riemke
Der Aufstieg in die Bezirksliga 2004 war der größte Erfolg der
Vereinsgeschichte. Sieben Spielzeiten lang gehört der FSV Unterleiterbach
nun schon zum Inventar, doch im Winter 2012 sieht die Lage alles andere als
rosig aus. Mit neun Zählern Rückstand stehen die schwarz-gelben auf dem
vorletzten Platz. Für Trainer Marco Hornung freilich kein Grund, die Flinte
vorzeitig ins Korn zu werfen. Einen Neuzugang von einem Ligakonkurrenten
kann er auch präsentieren…
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Marco Hornung muss mit seinem FSV
Unterleiterbach einen Rückstand von neun Punkten aufholen. |
Herr Hornung, ein Problem ist unumwunden
Ihr kleiner Kader. Konnten Sie in der Winterpause personell nachbessern?
Marco Hornung: Wir haben zwei Neuzugänge. Marcel Denk
kehrt vom FC Lauf nach einem halben Jahr zu uns zurück und wird die 2.
Mannschaft verstärken. Vom FC Oberhaid kommt außerdem Dominic Rödig, dem der
Sprung in die 1. Mannschaft in jedem Fall zuzutrauen ist.
Ist er die erhoffte Verstärkung oder werden sogar weitere Spieler folgen?
Marco Hornung: Ich habe einige Gespräche geführt, aber
entweder stand das Veto des abgebenden Vereins im Weg oder die Spieler
wollten ihre jetzigen Vereine im Winter nicht im Stich lassen. Für beide
Verhaltensweisen habe ich absolut Verständnis. Dominic Rödig kenne ich aus
meiner Zeit in Oberhaid. Er wollte unter Umständen schon Ende des Sommers
kommen, aber als Vertragsamateur wäre es einfach zu teuer gewesen. Er kann
mit dem Ball umgehen und bringt vor allem zu 100% die richtige Einstellung
mit. Ich arbeite gern mit jungen Akteuren zusammen, die unbedingt spielen
wollen. Oberhaid hat einen sehr sehr starken Kader, in dem er sich schwer
tut. Bei uns kann er es schaffen.
13 Siege, nur drei Siege, der letzte datiert vom 25. September 2011. Worin
sehen Sie die Gründe für die verkorkste Vorrunde?
Marco Hornung: Wir haben teilweise richtig gut gespielt.
Das Problem war, dass wir die Spiele nicht gewonnen haben – auch weil wir
nach vorne keinen Druck entwickeln konnten. Ich muss und werde mir aber auch
die Systemfrage stellen. Wir haben viel an und mit der Viererkette geübt.
Trotzdem haben wir zwischenzeitlich auf Libero umgestellt, weil wir da mit
Markus Scholz einen Spieler haben, der dafür prädestiniert ist. Erfolgreich
waren wir freilich weder mit dem einen noch mit dem anderen System.
Woran lag es dann, wenn das System nicht der entscheidende Faktor war?
Marco Hornung: In manchen Spielen – da ist der Ausdruck
schon passend – war es eine Mischung aus Dummheit und Pech. Wir hatten
Spiele in Trailsdorf, Memmelsdorf oder Wolfersgrün, in denen wir Punkten
holen müssen! In Oberhaid oder Lichtenfels kam Pech dazu. Obwohl ich dafür
belächelt werde, aber mit einem bisschen Quäntchen Glück haben wir acht oder
neun Punkte mehr und dann wären wir zumindest nicht so weit abgeschlagen.
Sie glauben demnach an die Qualität in Ihrem Kader. Wohin geht die Reise des
FSV in den verbleibenden elf Partien?
Marco Hornung: Auf der Position auf der wir jetzt stehen
und erst Recht natürlich mit dem Rückstand, den wir haben, sollte man nicht
vom direkten Klassenerhalt reden. Das primäre Ziel ist es zunächst, die
Relegation zu erreichen. Doch wenn wir es tatsächlich schaffen, neun Punkte
aufzuholen, dann sind auch zehn oder elf Punkte zum rettenden Ufer nicht
unmöglich.
Ist das eine gewisse Portion Zweckoptimismus oder was stimmt Sie so
zuversichtlich?
Marco Hornung: Viele reden uns natürlich schon nach unten
und selbstverständlich wird es richtig schwer für uns. Aber mit Kickers
Neustadt standen wir im Aufstiegsjahr auch zum Winter mit 14 Punkten
abgeschlagen im Keller und haben am Ende noch souverän den 6. Platz
erreicht. Wir haben bislang gegen jeden Gegner mithalten können. Es stimmt
in der Mannschaft, es stimmt im Verein und der Zug ist erst dann abgefahren,
wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist. Ich gebe noch lange nicht auf!
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Dominic Rödig wechselt von Ligakonkurrent FC Oberhaid zum FSV. |
Ist der Auftakt nicht trotzdem schon ein Schicksalsspiel? Viele Spiele
dürfen Sie nicht mehr verlieren.
Marco Hornung: Wir werden zunächst ordentlich trainieren
und vielleicht noch mehr machen, als andere. Wir haben uns in der Vorrunde
in einen negativen Sog gespielt. Dann fehlt das Selbstvertrauen und die
einfachsten Sachen klappen nicht mehr. Mit neuen Siegen können wir wieder
Selbstvertrauen tanken und so einen positiven Lauf erzwingen. Das erste
Spiel gegen Buttenheim ist sicher wichtig, aber noch kein Schicksalsspiel.
Wie sieht Ihre persönliche Planung aus? Heißt der Trainer des FSV
Unterleiterbach auch 2012/13 Marco Hornung?
Marco Hornung: Es wird in den kommenden Wochen Gespräche
geben. Von meiner Seite aus würde ich gerne weitermachen. Es gab auch schon
Anfragen von zwei anderen Vereinen, denen ich jedoch abgesagt habe, da der
FSV Unterleiterbach in jedem Fall mein erster Ansprechpartner ist.