Beitrag vom 26.06.2011 (Quelle anpfiff.info)
von Bernd Riemke
Seit vergangener Woche ist es amtlich, dass Marco
Hornung das Amt des scheidenden Peter Linz auf der Trainerbank des FSV
Unterleiterbach übernehmen wird. anpfiff sprach mit dem Neuen über den
kurzfristigen Abschied aus Baunach, seine Ziele und eine schwierige Saison…
Marco Hornungs Sorgenfalten sind kleiner als der Anschein erweckt.
Er blickt seiner neuen Aufgabe zuversichtlich entgegen.
Herr Hornung, schildern Sie uns doch kurz das
Zustandekommen Ihres Wechsels.
Marco Hornung: Herr Hans
Brückner hatte mich am Dienstag vor knapp zwei Wochen überraschend
angerufen. Er meinte, sie hätten in der Vereinsführung durchaus an mich
gedacht, wären aber nicht an mich herangetreten, wenn sie nicht von
Spielerseite einen Hinweis bekommen hätten, dass ich in Baunach eine
Ausstiegsklausel habe. So haben wir uns zwei Tage später getroffen und ich
habe zugesagt.
Trotz Ausstiegsklausel ist Ihr Abschied
aus Baunach natürlich für den Verein zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt
gekommen.
Marco Hornung: Ich habe bis
einschließlich letzter Woche versucht, neue Spieler nach Baunach zu holen
und habe den Vorbereitungsplan komplett fertig gemacht. Letztlich muss man
sich aber auch eingestehen, dass die Chemie zwischen Marco Hornung und dem
FC Baunach nie so richtig gepasst hat. Ich denke, die Entscheidung ist für
beide Seiten das Beste. Es war frühzeitig klar, dass nach dem verpassten
Aufstieg einige Spieler den Verein verlassen. Ich habe gesagt, dass ich dann
einen Neuaufbau versuche, doch das ist mir nicht gelungen, weil es sehr
schwierig ist, neue Spieler in die Kreisklasse zu holen. Ohne Neuzugänge
oder nachrückende Jugendspieler, die es in Baunach nicht gibt, ist so ein
Neuaufbau einfach nicht zu realisieren.
Man könnte sagen, dass Ihnen das Angebot
aus Unterleiterbach dann wahrhaftig nicht Unrecht kam.
Marco Hornung: Ich hatte in den
Monaten zuvor auch andere Angebote, die ich aber alle abgelehnt habe, weil
in Baunach einiges passt, auch ein wunderbares Gelände zur Verfügung steht –
nur momentan fehlen die Spieler. Man könnte schon sagen, dass das jetzige
Angebot nicht ganz Unrecht kam, ich habe allerdings keinesfalls darauf
hingearbeitet, Baunach zu verlassen.
Blicken wir nach vorne. Sie haben zuletzt
in Ebing bei Ihrem halbjährigen Engagement unter Beweis gestellt, dass Sie
durchaus noch in der Bezirksliga spielen können. Treten Sie beim FSV als
Spielertrainer auf?
Marco Hornung: Christian
Doppernas war in Stegaurach im Gespräch und hat zugesagt, zu bleiben,
nachdem ich auch komme. Mit ihm und Waldemar Mayer haben wir zwei sehr gute
Stürmer. Ich sehe mich demnach hauptsächlich als Trainer, aber wir verlieren
auch vier Stammspieler, so dass es schwierig wird, dies in der Kürze der
Zeit zu kompensieren. Sollte Bedarf bestehen, traue ich mir durchaus zu,
auszuhelfen – auf welcher Position auch immer. Im Idealfall sitze ich aber
natürlich auf der Bank und die jungen Spieler kommen zum Einsatz, denn eine
komplette Saison durchspielen ist für mich langsam nicht mehr machbar.
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Mit Maximilian Beierlein (SpVgg Stegaurach) kommt ein junger
talentierter Torhüter an den Main. |
Sie sprechen Ihre vier Abgänge an, die eine enorme Lücke hinterlassen
werden.
Marco Hornung: André Gold wird
mit dem TSV Hirschaid in Verbindung gebracht, Daniel Horcher mit dem FC
Strullendorf. Außerdem verläss uns Josef Lorber und Christopher Pfister
pausiert. Ich sehe allerdings längst nicht schwarz, denn als ich vor zwei
Jahren beim FC Oberhaid anfing, war die Situation in meinen Augen
schwieriger. Warum sollten sich nicht auch in Unterleiterbach junge Spieler
aufdrängen, die bislang keiner auf der Rechnung hatte und die sich
weiterentwickeln möchten.
Haben Sie denn personell auf die Abgänge
reagieren können? Der Kader des FSV war im vergangenen Jahr bereits sehr
dünn. Nun stehen zusätzlich vier Abgänge fest.
Marco Hornung: Maximilian
Beierlein kommt auf der Torhüterposition aus Stegaurach zu uns. Außerdem
sind noch zwei bis drei Jugendspieler im Gespräch. Da die Zeit schon weit
vorangeschritten ist, werden wir es schwer haben, noch neue Spieler zu
verpflichten. Aber ich betone noch einmal, dass ich in Unterleiterbach vor
allem langfristig sehr gute Möglichkeiten sehe, etwas richtig Gutes
aufzubauen.
Wenn der Schuss nicht nach hinten losgeht,
denn im nächsten Jahr wird die sportliche Messlatte für die neue Bezirksliga
sehr hoch liegen.
Marco Hornung: An einen Abstieg
denke ich gar nicht, weil ich davon ausgehe, dass auch mit dem bestehenden
Kader ein einstelliger Tabellenplatz möglich ist. Voraussichtlich muss man
mindestens Neunter werden, um im Jahr darauf Bezirksliga spielen zu können.
Das ist unser Ziel und damit wäre ich auch zufrieden. Wenn es mehr wird,
sage ich bestimmt nicht Nein.